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Schonender Umgang mit der Umwelt

Implenia hat sich ehrgeizige Umweltziele gesetzt und ist bestrebt, Umweltauswirkungen auf Baustellen zu verhindern. So sollen insbesondere der Ressourcen- und Energieverbrauch und damit der Treibhausgasausstoss der gesamten Gruppe laufend gesenkt werden.

Erreichtes im 2016 und 2017


Die CO2-Emissionen in der Schweiz seit 2013 absolut um 13.9% reduziert, jedoch umsatz­bereinigt unser Ziel noch nicht erreicht.


Die Solarstrom­produktion auf Implenia-Dächern seit 2015 um 137% erhöht.


Den Energie­bedarf in den Produktions­anlagen um 20.3% reduziert und professionelle Energie­verbrauchs­messungen erfolgreich in Werkhöfen pilotiert.

> 400

Das Umwelt­management auf der Baustelle professio­nalisiert und dabei rund 400 Umwelt­schulungen auf Baustellen durchgeführt.

Ziele bis 2020

  • Wir präzisieren die Daten­erhebung und setzen uns gruppenweit spezifische CO2-Reduktions­ziele.
  • Wir führen einen Implenia-Umweltstandard für Baustellen gruppenweit verbindlich ein und setzen bei Grossprojekten Umweltkonzepte um.
  • Wir reduzieren die jährlichen umsatzbezogenen CO2-Emissionen in der Schweiz weiterhin um 2.5%.
  • Wir verdoppeln unsere jährliche interne Solarstromproduktion auf 2 GWh pro Jahr.

Zertifiziertes Umweltmanagement

GRI 102-7, 302-1

Implenia betreibt ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagement. Ende 2017 waren 99 Prozent der rund 300 Unternehmenseinheiten entsprechend zertifiziert. Jeder der neun operativen Geschäftsbereiche verfügt über mehrere HSEQ-Beauftragte (Health, Safety, Environment, Quality). Mit fachlicher Unterstützung der Abteilung Nachhaltigkeit gehört es zu ihren Aufgaben, Umweltmassnahmen auf den Baustellen umzusetzen, die Energieeffizienz zu steigern und den Ressourcenverbrauch zu optimieren – beispielsweise durch die Förderung des Recyclings.

Implenia erhebt in der Schweiz systematisch Umweltdaten aus den Bereichen der Produktionsanlagen, Werkhöfe und Büroliegenschaften, der Baustellen und Eigenentwicklungsprojekte sowie zur Mobilität und zum Papierverbrauch (siehe Datenerhebungsmatrix). Erfasst werden die wichtigsten Energie- und Materialflüsse – und zwar von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Bauwerk. Implenia berücksichtigt allerdings ausschliesslich jene Werte, die das Unternehmen selber beeinflussen kann.

Eine internetbasierte Software ermöglicht, Daten laufend aus verschiedenen Quellen zu sammeln, in Echtzeit darzustellen sowie spezifische Auswertungen für die Erfolgskontrolle zu generieren. Gegenwärtig beschränken sich die Umweltdaten auf die Schweiz insgesamt. Regionale Auswertungen sind noch nicht möglich. Ebenso fehlen belastbare internationale Daten. Nach den Akquisitionen der letzten Jahre ist Implenia nun dabei, die Erfassung der Umweltkennzahlen auf Deutschland, Österreich, Rumänien und Skandinavien auszudehnen.

CO2-Emissionen und Energieverbrauch

GRI 305-1, 305-2, 305-4, 305-5

Klimaschutzziele noch nicht erreicht

Beinahe 90 Prozent der Treibhausgasemissionen von Implenia stammen von Baustellen, Werkhöfen und Belagswerken. Rund drei Viertel der Emissionen entstehen aus der Verbrennung von Treibstoffen wie Diesel und Benzin. Bloss ein Viertel entweicht bei der Wärmeerzeugung mittels Erdöl oder Gas. Da Implenia überwiegend Elektrizität aus Wasserkraft bezieht, trägt der Stromverbrauch kaum zu den Treibhausgasemissionen bei.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Elektrizität
  • Heizöl
  • Erdgas
  • Benzin
  • Diesel

Implenia hatte sich 2013 zum Ziel gesetzt, bis 2017 sowohl ihre Treibhausgasemissionen als auch den Primärenergieverbrauch pro Umsatzfranken um zehn Prozent zu senken. Das Unternehmen konnte zwar in diesem Zeitraum die absoluten CO2-Emissionen um 13.9 Prozent vermindern. Bezogen auf den Umsatz gelang jedoch nur eine minimale Reduktion um 3.2 Prozent. Das ambitionierte Ziel wurde somit trotz diverser Massnahmen nicht erreicht.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Mobilität Lastwagen und Maschinen
  • Mobilität Lieferwagen
  • Mobilität Personenwagen
  • Wärme Produktionsanlagen
  • Wärme Werkhöfe
  • Wärme Baustellen
  • Wärme Büroliegenschaften
  • Elektrogeräte Baustellen
  • Elektrogeräte Produktionsanlagen und Liegenschaften
Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Elektrizität nicht erneuerbar
  • HKN* Wasserkraft eingekauft
  • Elektrizität erneuerbar


*HKN = Herkunftsnachweis

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Europaflüge
  • Interkontinentalflüge

Die von Implenia veröffentlichten Treibhausgasemissionen umfassen sowohl die direkten Emissionen aus dem Betrieb der eigenen Baumaschinen, Lastwagen, Produktionsanlagen und Werkhöfe in der Schweiz («Scope 1» gemäss internationalen Vorgaben zur Treibhausgasberechnung), als auch einen Teil der indirekten Treibhausgasemissionen durch netzgebundene Energie wie Elektrizität (Scope 2).

Nicht in unseren Zahlen enthalten sind weitere indirekte Emissionen, die in vor- oder nachgelagerten Prozessketten anfallen (Scope 3). Insbesondere die Herstellung der Baustoffe und die Nutzung der Bauten stellen bedeutende indirekte Emissionsquellen dar. Sie machen mitunter ein Mehrfaches der Emissionen aus Scope 1 und 2 aus. Allerdings ist der Einfluss von Implenia auf diese Prozesse in der Regel gering.

Die CO2-Emissionen von Implenia können von Jahr zu Jahr stark schwanken, denn sie hängen nicht allein von dem Arbeitsumfang und der verwendeten Technologie ab, sondern auch von der Art der nachgefragten Leistungen. So spielt es beispielsweise eine Rolle, ob ein Tunnel mittels Sprengvortrieb oder mit einer Tunnelbohrmaschine erstellt werden soll.

Implenia ist derzeit dabei, ihren CO2-Fussabdruck umfassend zu analysieren. Ziel ist es, die Datenerhebung zu optimieren und auf die gesamte Gruppe auszudehnen. Das Unternehmen plant in diesem Zusammenhang auch, sich bis 2020 gruppenweite CO2-Reduktionsziele zu setzen.

Greenhouse Gas Protocol

KategorieDefinition
  • Scope 1
  • Alle direkten Treibhausgasemissionen
  • Scope 2
  • Indirekte Treibhausgasemissionen aufgrund des Verbrauchs von eingekauftem Strom oder eingekaufter Wärme
  • Scope 3
  • Sonstige indirekte Emissionen wie jene für die Gewinnung und Erzeugung der eingekauften Materialien und Treibstoffe, Transporte durch Fahrzeuge, welche nicht vom rapportierenden Unternehmen betrieben werden, Geschäftsreisen etc.

GRI 302-1

Sinkender Energieverbrauch

Implenia verbraucht pro Jahr rund 164 Gigawattstunden Energie. Seit 2015 sank der gesamte Energieverbrauch bezogen auf den Umsatz um 2 Prozent. Mit Abstand der wichtigste Energieträger (Endenergie) ist Diesel, den Maschinen, Nutzfahrzeuge und Personenwagen verbrauchen. Dahinter folgen Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl, die vorwiegend für die Prozesswärme in den Belagswerken eingesetzt werden.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Diesel
  • Benzin
  • Erdgas
  • Heizöl
  • Elektrizität

Implenia optimiert wo immer möglich den Energieverbrauch und bevorzugt saubere Energieträger. An Schweizer Standorten deckt das Unternehmen seinen Bedarf an elektrischer Energie mit zertifiziertem Strom aus Wind- oder Wasserkraft.

Auf den Dächern der Werkhöfe bei Satigny (GE), Vétroz (VS) und Echandens (VD) produziert Implenia seit einigen Jahren eigenen Solarstrom. 2016 errichtete das Unternehmen zudem je eine neue Photovoltaik-Anlage im Kieswerk Claie-aux-Moines bei Savigny (VD) sowie im Belagswerk Ecublens (VD).

Auf dem Dach des Werks In Ecublens produzieren 2500 Quadratmeter Photovoltaik-Module fast eine halbe Gigawattstunde Strom pro Jahr. Dies entspricht rund 45 Prozent des Verbrauchs der ganzen Anlage. Ein Viertel des produzierten Solarstroms kann denn auch direkt vor Ort verbraucht werden. Der Rest fliesst ins Netz eines lokalen Stromversorgers. Implenia spart dank dieser Photovoltaik-Anlage rund 6 Prozent Energiekosten und reduziert den Kohlendioxid-Fussabdruck um über 30 Prozent.

Gemeinsam produzieren die unternehmenseigenen Solaranlagen mehr als 1 Gigawattstunde Ökostrom pro Jahr. Damit deckt Implenia Schweiz 4 Prozent ihres eigenen Strombedarfs ab. Implenia hat sich zum Ziel gesetzt, die Eigenstromproduktion bis 2020 auf 2 Gigawattstunden zu verdoppeln und in einem ersten Schritt auch Werkhofdächer in der Deutschschweiz mit Photovoltaikanlagen auszurüsten.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Werkhof Bois de Bay in Satigny (GE)
  • Werkhof Vétroz im Wallis (VS)
  • Werkhof in Echandens (VD)
  • Kieswerk Claie-aux-Moines in Savigny (VD)
  • Belagsaufbereitungsanlage in Ecublens (VD)

Video: 360 Grad nachhaltig - Das neue Belagswerk «Trois-Ponts» in Ecublens, 03:09

Werkhof MannheimWerkhof unter der Lupe

In einem erfolgreichen Pilotprojekt analysierte Implenia detailliert die Stromverbräuche und das Energiesparpotenzial des Werkhofs Mannheim. Erste Massnahmen ...

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Sparsamer Umgang mit Ressourcen

Kreisläufe schliessen

Neben dem Energieverbrauch ist der Einsatz von Baumaterial eine Schlüsselgrösse für die ökologischen Auswirkungen der Bauwirtschaft. Implenia hat sich daher zum Ziel gesetzt, Stoffkreisläufe zu schliessen und Materialien wiederzuverwerten.

In den vergangenen Jahren leistete das Unternehmen immer wieder Pionierarbeit. So installierte Implenia 2013 in Oberwinterthur (ZH) erstmals in der Schweiz eine mobile Anlage zur Beton- und Kiesaufbereitung. Indem das Aushubmaterial für die Wohnüberbauung “roy” an Ort und Stelle gewaschen und zu Beton verarbeitet wurde, liessen sich Zuschlagstoffe einsparen – und die entsprechenden Transporte und Kosten.

Auch beim Strassenbauprojekt «Birmenstorfer Chrüz» (AG) setzte Implenia 2015 auf eine innovative Lösung: Statt Werkleitungen und Kanalisationen gemäss Schweizer Standardverfahren mit frischem Kies aufzufüllen, entschied sich das Unternehmen, den Aushub aufzubereiten und an Ort und Stelle wieder zu verbauen. Nicht zuletzt schonte Implenia damit den in der Schweiz knappen Deponieraum.

Eine ressourcenschonende Methode wandte Implenia auch auf der Nant-de-Drance-Baustelle (VS) an. Ein Fünftel des herausgebrochenen Felsgesteins der Kavernen benutzte das Unternehmen, um Beton für den Bau des Pumspeicherkraftwerks herzustellen, das 2019 in Betrieb gehen soll.

Schliesslich ergriff Implenia 2017 die Initiative, dass der Aushub einer Baustelle auf Landwirtschaftsland nur wenige Kilometer entfernt direkt zur Renaturierung einer Kiesgrube eingesetzt wurde. In diesem Fall ergab sich eine Win-Win-Lösung: Das mit der Renaturierung beauftragte Unternehmen erhielt bestes Material zum Nulltarif und Implenia brauchte sich um den Abtransport nicht zu kümmern.

Diese Beispiele zeigen, dass Implenia wenn möglich Kreisläufe schliesst. Allerdings bewegt sie sich als einzelnes Unternehmen in einem begrenzten Rahmen. Es bräuchte branchenweit neue Verfahren und systemische Lösungen, die von den Behörden und Bauherren getragen werden. Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung war in der Schweiz die Inkraftsetzung der neuen SIA-Norm 112/2 Nachhaltiges Bauen – Tiefbau und Infrastrukturen.
Implenia steht zurzeit noch am Anfang, ist aber bereit, diesen Weg weiterzugehen. Nicht zuletzt erhofft sich das Unternehmen bei der Ressourcenoptimierung einen neuen Schub durch die fortschreitende Digitalisierung. Dank einer besseren Koordination von Angebot und Nachfrage könnten für anfallendes Aushub- und Rückbaumaterial schneller und einfacher Wiederverwertungsmöglichkeiten gefunden werden.

Papierverbrauch

Die Umweltauswirkungen des Papierverbrauchs sind in einem Bauunternehmen vergleichsweise gering. Da der Umgang mit Papier im Bürobetrieb jedoch eine symbolische Wirkung hat, erfasst Implenia dessen Verbrauch. Erfreulich ist, dass der gesamte Papierbedarf in den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig ist. Der Anteil an zertifiziertem Papier ist zudem innerhalb der letzten Jahre auf beinahe 100% gestiegen.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Stand: per Ende 2017

  • Recyclingpapier
  • Werbepapier – umweltzertifiziert
  • Verbrauchspapier – umweltzertifiziert
  • Werbepapier – Frischzellen
  • Verbrauchspapier – Frischzellen

Projekt Pont-RougeGeordnete Verhältnisse auf der Grossbaustelle

Auf der Baustelle Pont-Rouge testet Implenia die Baustelle der Zukunft. Viele neue Ansätze, die für mehr Effizienz auf dem Bau sorgen sollen, erlebten in Genf ...

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Umweltschutz auf der Baustelle

Umweltstandard und Umweltkonzept eingeführt

2017 lancierte die Nachhaltigkeitsabteilung in Zusammenarbeit mit sämtlichen Geschäftsbereichen einen internen Umweltstandard. Dieser enthält gruppenweite Minimalanforderungen in Bezug auf Abfallentsorgung, Bodenschutz, Behandlung von Wasser, Lärmreduktion, Luftreinhaltung und Energiebedarf. Diesen Anforderungen – auf einer Doppelseite übersichtlich zusammengestellt – müssen die Projektteams auf allen Baustellen einhalten.

GRI 102-11

Parallel zum Umweltstandard führte Implenia 2016 und 2017 für den Hochbau in der Schweiz ein Umweltkonzept für Baustellen mit umfassenden Nachhaltigkeitsanforderungen ein. Es handelt sich dabei um ein modular aufgebautes Handbuch. Die Projektverantwortlichen finden darin Hintergrundinformationen, um Umweltrisiken richtig einzuschätzen und frühzeitig Massnahmen nach dem Vorsorgeprinzip zu ergreifen.

Checklisten helfen den Projektteams zu erkennen, wie sich die Auswirkungen auf Abfallentsorgung, Luft, Boden, Wasser und Lärm vermindern lassen. Damit lassen sich die gesetzlichen Bestimmungen – aber auch zusätzliche Anforderungen seitens Bauherrschaft oder aus Nachhaltigkeitszertifikaten – einfacher einhalten.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase wurde das Umweltkonzept auf mehreren Baustellen des Hochbaus der Schweiz ausgerollt. Zudem wurden alle Dokumente im Implenia Management System (IMS) der Gruppe integriert und damit in den Projektprozess eingebunden.

Eine vereinfachte Version des Umweltkonzepts wird zurzeit für sämtliche Hochbauprojekte gruppenweit entwickelt. Zudem wird pro Geschäftsbereich auch ein Umweltkonzept für den Tief- und Infrastrukturbau in Deutschland, Österreich und Skandinavien erarbeitet. Es soll bis Ende 2018 bereinigt und an die orts- und projektspezifischen Gegebenheiten der verschiedenen Geschäftsbereiche angepasst werden.

Projekt UNOIn Genf spriesst eine neue Blume

Beim Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes für die UNO testet Implenia einen neuen Nachhaltigkeitsansatz – «Chantier Marguerite» genannt. Erstmals arbeiten ...

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Projekt JohannelundUmweltfreundliche Tunnels für Stockholm

Seit Herbst 2016 baut Implenia zwei Tunnelabschnitte für die neue Stadtumfahrung von Stockholm. Da die Streckenführung durch ein empfindliches Seengebiet führt, ...

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Aktionen zur Sensibilisierung

Implenia informiert ihre Mitarbeitenden regelmässig über Umweltthemen – im Wissen darum, dass dies den Energie- und Ressourcenverbrauch positiv beeinflusst. 2016 und 2017 organisierte das Unternehmen sechs Aktionen wie beispielsweise: «Wir reduzieren die Staubemissionen», «Verantwortungsvoller Umgang mit Baumaschinen» oder «Wir reduzieren den Lärm».

Eine Sensibilisierungsaktion vermittelt Inputs auf verschiedenen Ebenen: Mitarbeitende erhalten eine viertelstündige Schulung, und ein mehrsprachiges Informationsplakat hängt während mehrerer Wochen an gut sichtbaren Orten auf den Baustellen. Interne Merkblätter sowie die Mitarbeiterzeitschrift «Impact» informieren zudem über die Fortschritte einer Aktion und vermitteln weitere Hintergrundinformationen. Projektleiter werden zusätzlich geschult und erhalten vertiefende Unterlagen.

Beispiele zweier Umweltsensibilisierungen aus den Jahren 2016 und 2017

Projekt TourbillonUmweltkrimi auf der Baustelle

Einen kleinen Krimi erlebten die Umweltverantwortlichen im Sommer 2017 auf einer Implenia-Baustelle bei Genf. Glücklicherweise mit Happy End.

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Mobilität

Bei Implenia stehen täglich Hunderte von Fahrzeugen im Einsatz. Personen-, Last und Lieferwagen, aber auch zahlreiche Bagger, Walzen und andere Spezialfahrzeuge und Maschinen verbrauchen in der Schweiz pro Jahr insgesamt rund 10.1 Millionen Liter Kraftstoff.

Deshalb legt Implenia bereits bei der Beschaffung der Flotte grossen Wert auf emissionsarme Fahrzeuge und Maschinen. Das Fahrzeugreglement gibt vor, dass ein Personenwagen nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen darf. Implenia schaffte zum Beispiel in der Schweiz auch ihren ersten Hybridbagger an. Implenia Norge ging noch einen Schritt weiter und setzt Elektrofahrzeuge ein. Unsere norwegischen Kollegen verfügen über eine kleine Flotte von Liefer- und Personenwagen mit dem zukunftsträchtigen Antrieb.

Erfreulicherweise haben die spezifischen CO2-Emissionen pro gefahrenen Kilometer in den letzten Jahren weiter abgenommen. Die verstärkte Ausrichtung auf den europäischen Markt, beispielsweise durch die Übernahme von Bilfinger Hochbau, führte hingegen dazu, dass die geflogenen Strecken länger wurden.

Implenia unterstützt Mitarbeitende, die bei der Aktion «Bike to work» von Pro Velo Schweiz mitmachen. So legten 2016 und 2017 20 Implenia-Teams an neun verschiedenen Standorten zusammen über 48‘000 Kilometer zurück. Damit konnten rund 130 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Ziel der Aktion ist eine umweltfreundlichere Mobilität, aber auch die Förderung der Gesundheit. Jeweils vier Mitarbeitende bilden ein Team und legen während zweier Monate ihren Arbeitsweg mehrheitlich mit dem Fahrrad zurück.

Implenia Deutschland beteiligt sich seit 2017 an der «JobRad»-Initiative. Diese ermöglicht allen Mitarbeitenden, ein Fahrrad nach Wunsch zu attraktiven Konditionen zu leasen. Die Fahrräder sind bis zu 40 Prozent günstiger als im Direktkauf, und die Finanzierung läuft bequem über die Lohnabrechnung. Implenia fördert damit sowohl den Langsamverkehr als auch die Gesundheit der Mitarbeitenden.

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Schonender Umgang mit
der Umwelt

Werkhof MannheimWerkhof unter der Lupe

In einem erfolgreichen Pilotprojekt analysierte Implenia detailliert die Stromverbräuche und das Energiesparpotenzial des Werkhofs Mannheim. Erste Massnahmen senken die Energiekosten um 13’000 Euro pro Jahr.

Implenia betreibt europaweit etwa 30 grössere Werkhöfe. Sie dienen hauptsächlich als Instandstellungsstätten und Materiallager. Aber auch Büroräumlichkeiten befinden sich auf den Arealen. Der Betrieb der teils sehr grossen Hallen und Gebäude erfordert viel Wärme und Strom.

Um sich Klarheit über das Energiesparpotenzial von Werkhöfen zu verschaffen, nahm Implenia in einem Pilotprojekt den Werkhof Mannheim unter die Lupe. Dieser verfügt, auf einer Gesamtfläche so gross wie sechs Fussballfelder, über umfangreiche Materiallager sowie sieben Gebäude und Hallen.

Die Messungen führte die Tetrag Automation AG durch. Das Tochterunternehmen der Implenia vertreibt die selbst entwickelte Energiemonitoringlösung e3m, die sich perfekt für die hochauflösende Analyse von Verbrauchsdaten eignet. Im Dezember 2017 installierten die Ingenieure der Tetrag neue Stromzähler und Datenaufzeichnungsgeräte.

Erste Analysen ergaben, dass es vor allem beim sogenannten Betrieb ohne Nutzen (BoN) ein grosses Optimierungspotenzial gibt – also nachts und am Wochenende, wenn die Arbeiten ruhen. Um hier Kosten zu sparen, braucht es vor allem ein anderes Verhalten der insgesamt 45 Mitarbeitenden im Werkhof. So können sie jährlich allein 5000 Euro sparen, indem sie ungenutzte Geräte ausschalten.

Die Fachleute der Tetrag identifizierten eine Reihe von weiteren Effizienzmassnahmen, etwa den Einsatz moderner Beleuchtungs- und Heiztechnologie. Insgesamt besteht ein Stromsparpotenzial von 13'000 Euro pro Jahr, womit die Projektkosten innerhalb von zwei Jahren getilgt sind. Der Werkhof will das Einsparpotenzial nun schrittweise nutzen. Bereits umgesetzt wurde eine Modernisierung der Druckluftanlage. Das Monitoring zeigt, dass sie ein Viertel weniger Energie verbraucht als die frühere Installation.

Beheizt wird der Werkhof weitgehend mit Fernwärme. In einem nächsten Schritt soll nun die Messinfrastruktur erneuert werden, damit auch für die Wärme exakte Daten vorliegen. Damit wird eine solide Grundlage für weitere wirksame Massnahmen geschaffen.

Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie sich dank der Lösung von Tetrag wirtschaftlicher und ökologischer Nutzen vereinbaren lassen. Deshalb will Implenia diesen Ansatz in naher Zukunft auf weitere Werkhöfe ausdehnen.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Projekt Pont-RougeGeordnete Verhältnisse auf der Grossbaustelle

Auf der Baustelle Pont-Rouge testet Implenia die Baustelle der Zukunft. Viele neue Ansätze, die für mehr Effizienz auf dem Bau sorgen sollen, erlebten in Genf ihre Feuertaufe, so auch das neue Umweltkonzept.

Rund um den Bahnhof im Genfer Stadtteil Lancy wächst derzeit «Pont-Rouge» in die Höhe. Das Vorhaben der SBB Immobilien AG ist eines der grössten Bauprojekte der Region und bringt eine gemischte Nutzung mit Büros, Geschäften und Restaurants. Ende 2019 soll das nachhaltige Bauwerk nach dem DGNB-Standard «Gold» bezugsbereit sein.

Bei Pont-Rouge verfolgt Implenia verschiedene neue Ansätze in Sachen Nachhaltigkeit: Neben DGNB erprobt das Unternehmen ein wegweisendes Logistikkonzept und testete das neue Umweltkonzept des Unternehmens, das langfristig auf allen Baustellen gelten soll.

Der erste grosse Effort für die Umwelt war, dass Implenia den Aushub per Bahn wegbeförderte. Der ökologische Abtransport ersparte der Stadt rund 9000 Lastwagenfahrten und vermindert den CO2-Fussabdruck des Projekts massiv. Gleich zwei Wasserreinigungsanlagen sorgten zudem dafür, dass kein Schmutzwasser in den Boden oder in die Kanalisation gelangt.

Einer kleinen Revolution kam es gleich, wie Implenia die Logistik auf der Baustelle zentralisierte. Üblicherweise bringen nämlich alle beteiligten Baufirmen ihr Material selber zum Arbeitsort. Für das Pont-Rouge-Projekt stellte Implenia ein spezielles Team zusammen, das sich ausschliesslich um den Materialtransport sowie um die Entsorgung innerhalb der Baustelle kümmert.

Die Zulieferer übergeben das Material am Eingang der Baustelle. Das Team kümmert sich mit Unterstützung eines Online-Tools um die Entgegennahme, Kontrolle und den Weitertransport. Gleichzeitig sammeln Mitarbeitende von Implenia Abfälle ein und führen sie nach Sorten getrennt in mehreren Baumulden ab. Damit stellen sie sicher, dass auf dieser komplexen Baustelle alles an den richtigen Ort gelangt. Bis heute wurden auf der Baustelle 2200 Tonnen Abfall sortiert und 72 Prozent davon wiederverwertet.

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der Umwelt

Projekt UNOIn Genf spriesst eine neue Blume

Beim Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes für die UNO testet Implenia einen neuen Nachhaltigkeitsansatz – «Chantier Marguerite» genannt. Erstmals arbeiten geflüchtete Menschen auf der Baustelle.

Die Vereinten Nationen möchten alle ihre Mitarbeitenden auf dem Gelände des Palais des Nations zusammenbringen. Seit November 2017 baut Implenia an einem neuen Bürogebäude, das die UNO ihrem Ziel einen grossen Schritt näher bringt. Das Gebäude wird Arbeitsbereiche für 1400 Personen umfassen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2019.

Die Baustelle stellt für Implenia einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit dar. «Chantier Marguerite» heisst ein zukunftsorientiertes Konzept, das das Unternehmen in Genf testet. Damit will es auf Baustellen bislang unerreichte Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.

So setzt Implenia zum ersten Mal geflüchtete Menschen auf einer Baustelle ein. In Zusammenarbeit mit dem Integrationsbüro für Ausländer des Kantons Genf möchte ihnen das Unternehmen eine sinnvolle Beschäftigung bieten – wenn möglich in einer Festanstellung. Seit einigen Wochen arbeiten zwei Geflüchtete erfolgreich auf der Baustelle.

Über das soziale Engagement hinaus hat Implenia auf der UNO-Baustelle bedeutende Massnahmen zur Reduktion des Energie- und Materialeinsatzes getroffen und will einen möglichst umweltschonenden Baustellenbetrieb gewährleisten. Das Gebäude soll zudem dem weltweit verbreiteten LEED Label für ökologisches Bauen (Leadership in Energy and Environmental Design) entsprechen.

Neu ist im Rahmen der «Chantier Marguerite» auch die Kooperation mit dem renommierten Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung (IHEID), das den gesamten Bauprozess und die getroffenen Umweltmassnahmen dokumentiert. Diese Dokumentation soll zum Wissenstransfer beitragen und aufzeigen, wie ein einzelnes Unternehmen zur Verwirklichung der UNO «Sustainable Development Goals» beitragen kann.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Projekt JohannelundUmweltfreundliche Tunnels für Stockholm

Seit Herbst 2016 baut Implenia zwei Tunnelabschnitte für die neue Stadtumfahrung von Stockholm. Da die Streckenführung durch ein empfindliches Seengebiet führt, traf Implenia Schweden aufwändige Umweltmassnahmen.

Eine neue 21 Kilometer lange Verkehrsachse soll Engpässe im Verkehrssystem der Hauptstadt beheben und die Innenstadt entlasten. Für einen wichtigen Teil davon ist Implenia verantwortlich, die Johannelund-Baustelle. Dieser imposante Streckenabschnitt besteht aus zwei 3,6 Kilometer langen und dreispurigen Haupttunneln, an die sich vier Zu- und Ausfahrtsrampen anschliessen. Hinzu kommen vier Belüftungsschächte sowie 60 Querstollen, Rettungs- und Zugangstunnel.

Die erste Tunnelsprengung nahm Implenia im Oktober 2016 vor. Insgesamt müssen 1,5 Millionen Kubikmeter Fels ausgebrochen werden. In Lunda baut Implenia zudem seit Frühjahr 2017 an zwei 1,6 Kilometer langen Strassentunnels für dieselbe Stadtumfahrung. Laut Planung sollen alle Tunnels Mitte 2020 für den Verkehr freigegeben werden.

Bei beiden Baustellen stellen die Bohr- und Sprengarbeiten im Untergrund des dicht besiedelten Gebiets grosse Herausforderungen dar, ebenso Lärmemissionen und Baustellenverkehr. Ein guter Teil der Strecke verläuft ausserdem unterhalb einer empfindlichen Seenlandschaft und dem Mälaren-See – Schwedens grösstem Trinkwasserreservoir.

Implenia Schweden hat sich vorgenommen, die Projekte nach höchsten Nachhaltigkeitskriterien umzusetzen. So hat das Unternehmen eine hochmoderne Wasseraufbereitungsanlage installiert. Diese reinigt das Prozesswasser aus den Tunneln und führt es in den Kreislauf zurück. Ziel ist es, 80 Prozent des verbrauchten Wassers wiederzuverwerten.

Darüber hinaus stehen CO2-Emissionen im Fokus. Implenia will die Treibhausgasemissionen beim Bau so gering wie möglich halten und das von der Bauherrschaft vorgegebene Ziel noch um 10 Prozent übertreffen.

Schonender Umgang mit
der Umwelt

Projekt TourbillonUmweltkrimi auf der Baustelle

Einen kleinen Krimi erlebten die Umweltverantwortlichen im Sommer 2017 auf einer Implenia-Baustelle bei Genf. Glücklicherweise mit Happy End.

Der Täter war nicht der Gärtner, sondern ein natürliches Gestein namens Bentonit. Dieses besteht aus verschiedenen Tonmineralien und hat eine besondere Eigenschaft: Wird Bentonit in Wasser eingerührt, entwickelt sich eine Flüssigkeit, die zu einem druckfesten Gebilde gerinnt, wenn sie sich nicht mehr bewegt.

Darum werden Bentonit-Wasser-Gemische als Stützflüssigkeit bei der Erstellung von Schlitzwänden verwendet. So kann ein Bagger auf kleiner Fläche tief in den Boden hinunter graben, ohne dass der Schlitz einstürzt. Danach wird die Vertiefung mit Beton dauerhaft stabilisiert.

Dieses Verfahren nutzen auch die Mitarbeitenden der Implenia, die 2017 auf der Baustelle Tourbillon Tiefgründungen setzen. Die Männer befinden sich auf einem ehemaligen Landwirtschaftsgebiet in Plan-Les-Ouates am Stadtrand von Genf, das sich im Laufe der Jahre zur Industriezone entwickelte.

Zunächst läuft alles rund. Am 4. Juli 2017 bemerken die Arbeiter, dass irgendetwas nicht stimmt: Sie verlieren laufend Stützflüssigkeit. Nach einer Weile stoppen die Mitarbeiter die Maschinen und pumpen das Bentonit-Wassergemisch ab. Zu ihrer Verblüffung entdecken sie in drei Meter Tiefe ein aufgerissenes PVC-Rohr, das in keinem Plan verzeichnet ist.

Während die Baustellenarbeiter noch am nächsten Tag darüber rätseln, wo das Plastikrohr endet, klingelt bei Benoît Klein das Telefon. Das Amt für Gewässer des Kantons Genf unterrichtet den Implenia-Nachhaltigkeitsprojektleiter der Romandie darüber, dass in der Aïre – einem Bach auf Gemeindegebiet von Plan-Les-Ouates – Wassertrübungen auftraten.

Nun war plötzlich alles klar: Offenbar diente das grüne Rohr zur Drainage des ehemaligen Ackerlandes und mündet in die Entwässerungsleitung der nahe gelegenen Strasse. Diese wiederum führt in das 2,5 Kilometer entfernte Gewässer. Dorthin waren also etwa 20'000 Liter Bentonit-Flüssigkeit verschwunden.

Unverzüglich trifft sich Klein mit der Bauleitung, Behördenvertretern und dem Umwelt-Baubegleiter des Projekts, um den Schaden zu begutachten. Glücklicherweise ist die Substanz ungiftig. Dennoch stellt Implenia zwei Arbeiter ab, die sogleich damit beginnen, die Bentonit-Ablagerungen im Bachbett abzusaugen. Nach vier Tagen ist der Bach wieder so, wie er sein sollte.

«Die Geschichte zeigt, was auf einer Baustelle alles passieren kann», resümiert Benoît Klein. Implenia hat gut daran getan, den Schaden rasch zu beheben. Weniger optimal war, dass die Behörden nicht von Anfang an über das Problem auf der Baustelle informiert wurden. «Doch wir haben unsere Lektion gelernt», sagt Klein. «Beim nächsten Vorfall werden wir die Behörden sofort einschalten – auch wenn wir noch nicht wissen, was genau passiert ist.»

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