Attraktives
Arbeitsumfeld

Projekt StoosSteil, steiler, Stoosbahn

Beim Bau der steilsten Standseilbahn der Welt meisterte Implenia aussergewöhnliche logistische Herausforderungen. Trotz der exponierten Lage passierten keine Unfälle.

Es ist die steilste Standseilbahn der Welt, die das auf 1300 Meter Höhe gelegene Innerschweizer Bergdorf erschliesst. Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Stoos (SZ) stellt die Bahn die einzige ganzjährig geöffnente Transportverbindung ins Tal dar. Für Touristen ist die Fahrt in einer der trommelförmigen Kabinen, die sich je nach Hangneigung drehen, ein spektakuläres Erlebnis.

Die Ende 2017 eröffnete Bahn löste die veraltete Stoosbahn ab. Die Planer zogen eine kühne, neue Streckenführung: eine gerade, 1740 Meter lange Linie vom Boden des Muotathals bis mitten ins Dorf. Mit einem Gefälle von bis zu 47 Grad (110 Prozent) durchsticht das Trassee mehrere Felsbänder, wofür Tunnels mit einer Gesamtlänge von knapp 600 Metern ausgebrochen werden mussten.

Dieses einmalige Projekt realisierte Implenia gemeinsam mit einem ARGE-Partner. Implenia war dabei insbesondere für den Bau der Tunnels zuständig – eine logistische und sicherheitstechnische Herausforderung. Die Felsdurchstiche, die an den steilsten Stellen nahezu senkrecht wirken, erforderten ein spezielles Baukonzept und viele kreative Lösungen.

Um den Bauplatz zu erschliessen, errichtete ein spezialisiertes Subunternehmen eine Transportseilbahn mit einer Nutzlast von 7,5 Tonnen, genau über dem Bahntrassee. Dann trieb eine weitere Partnerfirma Schutterlöcher von etwa 1,5 Meter Durchmesser im sogenannten Raisedrillverfahren in den Berg. Diese Vorbohrlöcher erweiterten die Mitarbeitenden von Implenia danach im Sprengvortrieb – und zwar von oben nach unten.

Implenia setzte für den Ausbau eine spezielle Vortriebsmaschine ein, die sich an Seilwinden gesichert bergab bewegte: An der Vorderseite beförderte ein ferngesteuerter Baggerarm das weggesprengte Gestein abwärts in den vorgebohrten Stollen. Abwechslungsweise wurde die Baggerschaufel durch einen Spritzkopf ersetzt, der die Wände mit Beton auskleidete und sicherte. So arbeitete sich das Team nach unten – mit einem Tempo von rund neun Metern pro Woche. Versorgt wurde der Vortrieb auf Gleisen von einem Wagen, der per Seilwinde bergauf und -ab geführt wurde.

Steiles Gelände, Sprengungen, Untertagebau: Von Anfang an war klar, dass dies eine risikoreiche Baustelle sein würde. Fehltritte, Ausrutscher oder fallengelassene Werkzeuge und Material hätten fatale Folgen gehabt. Die Sicherheit der Mitarbeitenden, die generell an erster Stelle steht, musste also in besonderem Mass berücksichtigt werden. So trugen die Arbeiter nicht bloss die übliche Schutzkleidung. Wie Bergsteiger hatten sie einen persönlichen Klettergurt angelegt und arbeiteten angeseilt. Dafür gab es vor Ort eine spezielle Schulung für das ganze Baustellenteam.

Dank solcher Sicherheitsvorkehrungen kam es während der ganzen Bauzeit zu keinen gröberen Unfällen oder Verletzungen. Die Freude über diese Leistung wiegt mindestens gleich viel wie der Stolz, einen Weltrekord aufgestellt zu haben.

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