Highlights

Finanzielle und operative Exzellenz

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und Marktchancen zu nutzen, passt Implenia ihre Strukturen und Prozesse laufend den sich ändernden Marktentwicklungen an. Indem Chancen und Risiken sorgfältig ausgewogen werden, sichert sich ­Implenia ihre unternehmerische Freiheit und schafft für ihre Stakeholder nachhaltig Wert.

Erreichtes im 2016 und 2017


Struktur des gruppen­weiten Operating Model zur Harmonisierung aller Kernprozesse und Dokumente definiert und erste Inhalte integriert.


Das EBITDA als wichtigste Kerngrösse für die operative Performance der Gruppe erreicht im 2017 mit 173,8
 Mio. Franken einen neuen Rekordwert.


Digitalisierungs- und BIM-Strategie: Umsetzung gestartet und in rund 250 Projekten BIM eingesetzt.


Hohe Kunden­zufriedenheit von 96% gehalten.

Ziele bis 2020

  • Wir stellen sämtliche Unternehmensprozesse einheitlich im Operating Model dar und stellen sie gebündelt unseren Mitarbeitenden zur Verfügung.
  • Wir weiten die Nachhaltigkeitsstrategie auf die internationalen Standorte aus und profitieren vom gemeinsamen Wissen.
  • Wir verknüpfen unter dem Projektnamen «Kairos» die finanzielle und operative Exzellenz und realisieren den nächsten Schritt der Digitalisierungsstrategie.
  • Wir erreichen dank des «One Company» Ansatzes eine Ergebnisverbesserung, mehr Kundenzufriedenheit sowie eine Erhöhung der Transparenz in Grossprojekten.

Fotograf: Bernd Schumacher

Werte schaffen auf solider Grundlage

Implenia hat sich seit ihrer Entstehung 2006 zu einer starken Firma mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot, einer gut positionierten Marke und einer starken lokalen Verankerung im Schweizer Markt sowie in Deutschland, Österreich, Frankreich, Norwegen und Schweden entwickelt. Implenia verfügt mit 654,9 Mio. Franken über eine im Branchenvergleich starke Eigenkapitalbasis. Die Rendite auf dem investierten Kapital erreichte trotz Akquisition von Bilfinger Hochbau 35,4% (61,8% exkl. PPA) und liegt damit deutlich über den durchschnittlichen Kapitalkosten von 9,5%.

Das Unternehmen steht auf einem soliden finanziellen Fundament und konnte 2017 erneut ökonomische Werte generieren. Die in der Berichtsperiode erfolgte Akquisition von Bilfinger Hochbau erhöhte die Bilanzsumme auf 2897 Mio. Franken (2016: 2629 Mio. Franken).

Im Juni 2017 hat Implenia drei festverzinsliche Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 60 Mio. Euro platziert. Das Euro-Schulddarlehen reduziert das Fremdwährungsrisiko der Gruppe. Mitte 2018 konnte der laufende Konsortialkredit frühzeitig erneuert werden. Die Kreditfazilität wurde um 150 Mio. Franken auf 800 Mio. Franken erhöht und die Laufzeit bis 2023 verlängert. Durch die Erneuerung verfügt Implenia über eine Finanzierung zu besseren Konditionen.

In den letzten fünf Jahren haben sämtliche Share- und Stakeholder von der wachsenden Nettowertschöpfung profitiert. Den weitaus grössten Anteil erhalten die Mitarbeitenden in Form von Löhnen und Gehältern. Zudem konnte Implenia 2016 und 2017 eine ordentliche Dividende von 2.00 Franken pro Aktie ausschütten.

Die nachfolgende Tabelle gibt gemäss den Vorgaben von GRI eine Übersicht der Wertschöpfung, die Implenia jährlich erwirtschaftet und ihren Stakeholdern verteilt. Das Unternehmen arbeitet nach dem Konzept der wertorientierten Führung. Implenia richtet somit den Fokus nicht nur auf den Ertrag, sondern auf den Wert des Unternehmens.

GRI 102-7, 201-1

Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert (GRI201-1), Implenia Gruppe
 201220132014201520162017
 1000 CHF1000 CHF1000 CHF1000 CHF1000 CHF1000 CHF
Entstehungsrechnung
Umsatzerlös2'800'4433'057'4142'919'7603'288'2003'266'9863'859'478
Finanzerträge2'1844'0143'1834'8492'9264'643
Sonstige Erträge5'4695'0336'6446'7246'1586'779
Unternehmungsleistung

2'808'096

3'066'461

2'929'587

3'299'773

3'276'070

3'870'900

Materialaufwand

1'744'451

1'931'004

1'844'562

2'058'893

2'006'170

2'432'499

Übriger Betriebsaufwand

176'383

172'087

170'273

224'004

231'356

275'749

Vorleistungen

1'920'834

2'103'091

2'014'835

2'282'897

2'237'526

2'708'248

Bruttowertschöpfung

887'262

963'370

914'752

1'016'876

1'038'544

1'162'652

Abschreibungen und Amortisationen

43'444

42'786

42'788

81'424

68'277

110'244

Nettowertschöpfung

843'818

920'584

871'964

935'452

970'267

1'052'408

Verteilungsrechnung
Mitarbeitende

731'347

800'955

760'317

850'667

869'434

984'174

Kreditgeber

13'718

11'862

11'386

14'958

14'921

15'541

Öffentliche Hand

21'883

25'133

27'255

17'809

21'459

13'660

Aktionäre

69'958

75'215

69'231

48'405

59'817

35'779

Konzern

6'912

7'419

3'775

3'613

4'636

3'254

Nettowertschöpfung

843'818

920'584

871'964

935'452

970'267

1'052'408

Operational Excellence

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten, passt Implenia ihre Strukturen sowie Führungs- und Steuerungsprozesse laufend dem Markt sowie dem Stand von Wissenschaft und Technik an. So unterziehen sich 99 Prozent aller Unternehmenseinheiten dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess gemäss ISO 9001. Ausserdem setzt das Unternehmen zunehmend die Prinzipien des sogenannten Lean Construction um – unter anderem im Projekt «Pont Rouge» in Genf, wo nicht nur die eigenen Mitarbeitenden, sondern auch die Subunternehmen konsequent im Wochentakt und «Just in Time» arbeiten. Implenia verfügt inzwischen über ein flächendeckendes Netzwerk von Lean-Experten im Unternehmensbereich Hochbau Schweiz.

Ziel der schlanken und aufeinander abgestimmten Arbeitsprozesse im Rahmen von Lean Construction ist es, Ressourceneinsatz, Zeitbedarf und Kosten zu minimieren sowie Qualität und Kundennutzen zu steigern. Was dieser Ansatz zu leisten vermag, beweist das Wohnbauprojekt Feldbreite in Emmen, wo Implenia im Frühjahr 2017 151 Wohnungen fertig stellte und bloss 13 Mängel nachträglich beheben musste.

Drohnenfilm über die Taktung der Arbeiten, 02:31

2015 überarbeitete Implenia ihr Managementsystem IMS. Die neue Version 2.0 erlaubt eine nahtlose Integration von Planung, Prozessen und Personen in die Bauprojekte und wurde kontinuierlich in den Segmenten Schweiz (Development, Hochbau und Modernisierung), Infrastruktur und Skandinavien implementiert. Das Managementsystem verbessert mit seinen standardisierten Prozessen die Projektsteuerung und -führung und hat sich bereits in über 300 Projekten bewährt.

Digitalisierung

Die Gruppe hat in den letzten Jahren bedeutende Mittel in die Digitalisierung investiert und die Integration der IT-Systeme vorangetrieben. So hat das Unternehmen im Jahr 2017 die gruppenweite Überarbeitung und Konsolidierung der ERP Systeme initiiert. Unter dem Projektnamen «Kairos» werden neben der Einführung von RIB iTWO auch verschiedene ERP-Lösungen vereinheitlicht. Diese Massnahmen sind von zentraler Bedeutung für die weitere digitale Entwicklung der Gruppe.

Ein weiterer Fokus der Digitalisierung bei Implenia ist BIM (Building Information Modeling). Mit BIM wird ein Bauprojekt erst digital erstellt und dann physisch auf der Baustelle ausgeführt. Vereinfacht erklärt bauen die BIM-Fachleute am Computer ein dreidimensionales Modell (3D) des Projektes und erweitern dieses mit zusätzlichen Informationen zur Termin- (4D) und Kostenplanung (5D). Dem Kunden steht somit neben dem realen Bauwerk auch ein «digitaler Zwilling» zur Verfügung – eine ideale Grundlage, um Betriebsprozesse zu optimieren.

Implenia setzt gruppenweit in allen Sparten und Märkten auf die Zukunftstechnologie BIM. Dafür wurde 2014 ein BIM-Team im Technical Center etabliert, welches die Geschäftseinheiten bei der Einführung und Anwendung der neuen Technologie unterstützt. Mit dem Elefantenpark des Zoos Zürich realisierte das Unternehmen 2014 eines der ersten BIM-Bauprojekte in der Schweiz. Die Entwicklung schreitet seither rasch voran. 2017 setzte Implenia BIM bereits bei über 250 Projekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein – von der Planung über die Angebotsbearbeitung bis hin zur Realisierung. Das Auftragsvolumen aller BIM-Projekte überschritt dabei erstmals die Grenze von einer Milliarde Franken.

Projekt LokstadtDigitalisierung schafft ein Krokodil

Beim «Krokodil» genannten Holzgebäude, das Implenia derzeit in Winterthur baut, erfolgte erstmals der gesamte Prozess vom Architekturwettbewerb bis zur ...

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«One Company»

Seit einigen Jahren arbeitet Implenia unter dem Motto «One Company» daran, ihre Querschnittsorganisation zu verstärken. Grundgedanke dieses Ansatzes ist es, die interne Zusammenarbeit über organisatorische und geografische Grenzen hinweg zu fördern. Für grössere Projekte formiert sich beispielsweise aus den verschieden Geschäftsbereichen und Einheiten ein Team, das die gesamte Ausführungsverantwortung übernimmt. Das Ziel von One Company besteht darin, näher zum Kunden zu kommen und Synergien aus erfolgten Firmenakquisitionen rasch zu nutzen.

Der One Company-Ansatz hat sich mittlerweile in der Praxis bewährt. Eine 2017 gezogene Zwischenbilanz von 14 Pilotprojekten unter Beteiligung der schweizerischen Geschäftseinheiten fiel positiv aus. Nun gilt es, die Abläufe zu konsolidieren. Es geht insbesondere darum, die Einbindung in den IMS-Prozess zu verbessern, die finanziellen Abläufe zu optimieren und die Mitarbeitenden zusätzlich zu schulen.

Sustainable Finance

Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unseres Geschäfts und unseres Wertesystems. Dies macht die Aktien und Anleihen von Implenia zu attraktiven Produkten für Anleger, die einen sozial verantwortlichen Investment-Ansatz verfolgen. Für Implenia ist es daher wichtig, ob und wie ihr Engagement durch Nachhaltigkeits-Research wahrgenommen und bewertet wird. Eine transparente Kommunikation sowie eine kontinuierliche Offenlegung aussagekräftiger Schlüsselindikatoren respektive Ziele bilden daher ein zentrales Element.

Das nachhaltige Engagement von Implenia wurde in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von positiven externen Ratings anerkannt. So bestätigte MSCI ESG – eine weltweit führende Ratingagentur – 2018 erneut ihr AA-Rating. Daneben erhielt Implenia auch von Sustainalytics oder Inrate überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsnoten. Zudem decken uns diverse Schweizer Banken wie die Zürcher Kantonalbank, die Bank Vontobel (ehemals Vescore) und die J.Safra Sarasin durch ihr Nachhaltigkeits-Research ab.

Vorreiterin in der «grünen» Kreditfinanzierung

Ende Juni 2018 gelang es Implenia, ihre laufende Kreditfazilität mit dem bestehenden Schweizer Bankenkonsortium unter Führung der UBS um 150 auf 800 Millionen Franken aufzustocken. Als erstes Industrieunternehmen in der Schweiz wird die anwendbare Kreditmarge teilweise an die von Sustainalytics erhobene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt. Aufgrund der aktuell guten Bewertung erhält Implenia dadurch bessere Konditionen.

Implenia wird vom weltweit führenden Anbieter von Research und Ratings für Umwelt-, Sozial- und Governance-Fragen (ESG) aktuell mit hervorragenden 77 Punkten bewertet. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Rating weiter verbessert werden.Damit ist Implenia ein Leader in ihrer Branche und eine Vorreiterin in der «grünen» Kreditfinanzierung. Dass die langjährigen Nachhaltigkeitsbestrebungen von Implenia nun auch auf die Finanzierung einen klaren monetären Einfluss haben, ist ein wichtiger und konsequenter Schritt.

Zufriedene Kunden

Zufriedene Auftraggeber bilden die Basis für den langfristigen Erfolg der Implenia. Um herauszufinden, wie Kunden die Leistungen unseres Unternehmens beurteilen, fühlt ihnen Implenia regelmässig den Puls. Neben Nachfragen im direkten Gespräch führt Implenia seit Jahren auch systematische Erhebungen zur Kundenzufriedenheit durch.

2016 überarbeitete Implenia den Kundenfeedbackmechanismus von Grund auf. Seit Anfang 2017 stützt er sich nun nicht mehr auf Fragebogen, sondern ist über eine Web-Schnittstelle im Implenia Managementsystem IMS integriert. Implenia will ihren Kunden damit einen zeitgemässen und nutzerfreundlichen Prozess anbieten und die Rücklaufquote erhöhen.

Pro Jahr nimmt Implenia über alle Geschäftsbereiche hinweg insgesamt rund 500 Kundenfeedbacks entgegen. Rund drei Viertel der Rückmeldungen stammen von professionellen Auftraggebern, die restlichen von individuellen Kunden wie beispielsweise Wohnungskäufern.

2018 gaben 94 Prozent der Geschäftskunden, welche an der Kundenbefragung teilgenommen haben, an, dass sie zufrieden mit unseren Leistungen waren und Implenia weiterempfehlen würden (Vorjahr 96%). Wir freuen uns trotz leichter Verschlechterung über dieses gute Ergebnis.

Am besten wurde im vergangenen Jahr das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeitenden beurteilt (91%), gefolgt von der Qualitätseinhaltung (88%) und dem Eingehen auf Kundenanliegen (87%). Zufrieden äusserten sich die Kunden insgesamt auch in Bezug auf die Kriterien Mängelerledigung (82%), Nachhaltigkeit und Innovation der Lösungsvorschläge (82%) sowie Einhaltung von Kosten (83%).

Finanzielle und operative Exzellenz

Stand: per Ende 2017

  • Effektiv
  • Ziel


*Die Daten bis einschliesslich 2013 sind der ehemaligen Implenia Real Estate bzw. Implenia Buildings zuzuordnen.

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Finanzielle und
operative Exzellenz

Projekt LokstadtDigitalisierung schafft ein Krokodil

Beim «Krokodil» genannten Holzgebäude, das Implenia derzeit in Winterthur baut, erfolgte erstmals der gesamte Prozess vom Architekturwettbewerb bis zur Ausführungsplanung anhand eines dreidimensionalen Datenmodells.

Holz ist einer der ältesten und gleichzeitig einer der modernsten Werkstoffe. Er erfüllt höchste Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, unter anderem weil sich Holz hervorragend für die Vorfabrikation von Bauteilen eignet. Implenia nutzt diese Qualitäten und produziert in einer 2017 eingeweihten Fabrikationshalle Holzbauelemente computergesteuert und nach dem aktuellen Stand der Technik.

Die modernen Produktionsmaschinen lesen alle notwendigen Informationen für Holzbauteile direkt aus einem dreidimensionalen BIM-Modell ein. Kein Wunder also, dass BIM nun erstmals bei einer Gesamtplanung eines Holzbaus zum Zuge kommt – nämlich beim Gebäude «Krokodil» im neuen Stadtteil «Lokstadt» in Winterthur.

Bereits die Architekten, die am Projektwettbewerb teilnahmen, reichten ihre Entwürfe als BIM-Modelle ein. Nach dem Wettbewerb wurde das siegreiche BIM-Modell verfeinert und mit detaillierteren Informationen angereichert. Dabei integrierten alle Handwerker ihre Ausführungsplanungen in die jeweiligen Fachmodelle. Das dreidimensionale Modell half so mit, bei allen Beteiligten ein gemeinsames Verständnis des Bauwerks zu schaffen und die Planungen optimal aufeinander abzustimmen. Neben dem Monitoring der zu erwartenden Projektkosten konnte mit Hilfe der Modelle auch mit wenig Aufwand überprüft werden, ob die angestrebten Nachhaltigkeitsziele erreicht wurden.

In der Ausführungsphase, an deren Beginn sich das Projekt aktuell befindet, will das Projektteam weiter von der BIM-Technologie profitieren. Wesentliche Ziele sind die Optimierung von Logistik und Montage bis hin zur genaueren Kontrolle des Baufortschritts. Ob sich die Realität an die Theorie hält? Das «Krokodil» wird es bald zeigen.

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